Greiferbacken für die Twin-Drehmaschine in der Dreherei

 

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Morgens bekam ich einen Auftrag von unserem Ausbilder Horst Knoblich, man musste für die Twin Drehmaschine in der Dreherei neue Greiferbacken für die Durchmesser von 71 mm bis 82 mm fertigen. Diese Greiferbacken dienen dazu, Material aus dem Backenfutter zu entnehmen.

Wie bei fast jedem Auftrag war auch bei diesem eine technische Zeichnung dabei und der erste Schritt bestand darin, diese Zeichnung zu lesen und zu verstehen. Auf dieser Zeichnung waren zwei Teile abgebildet, da man einen rechten und einen linken Greifer benötigt.

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Als nächstes muss man schauen, ob das Material, welches auf der Zeichnung verlangt wird, vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall muss man dieses Material bei den Ausbildern bestellen. Für diesen Auftrag war das Material aber vorhanden, sodass ich dieses gleich zusägen konnte.

Der nächste Schritt bestand darin, mithilfe der Zeichnung die Werkzeuge, welche benötigt werden, und die Schnittdaten, wie Schnittgeschwindigkeit und Vorschub für die Werkzeuge, passend auf das Material, herauszusuchen. Anschließend wurden die Werkzeuge eingespannt und vermessen und dann in die Maschine geladen.

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Dann war es soweit, das Programm kann geschrieben werden. Da es ein Teil war, welches von jeder Seite bearbeitet und man somit mehrmals schwenken und Nullpunkte verschieben musste, war das Programm sehr komplex, es dauerte fast 5 Stunden zum Programmieren und bestand aus knapp 120 Sätzen.

Nun folgte der erste Probelauf des Programms, bei welchem ich einige Werkzeuge verlängern musste, da sonst die Spindel mit dem Tisch kollidiert wäre und bei einigen habe ich die Schnittwerte verändert, da es durch die falschen Werte zu Vibrationen gekommen ist.

Nachdem der Probelauf beendet war und alle Fehler bereinigt waren, habe ich das Greiferprogramm ablaufen lassen, meine Maße am Schluss überprüft und das Werkstück entgratet.

Dieser Auftrag war sehr anspruchsvoll und interessant, da es das erste Mal war, dass ich mit so vielen Schwenkungen und Nullpunkten gearbeitet habe, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.

Pascal M.

Ein Gedanke zu “Greiferbacken für die Twin-Drehmaschine in der Dreherei

  1. Grüß dich Pascal!

    Ein sehr gelungener Beitrag. Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Lesen, denn bei vielen Stellen konnte ich mich sehr gut mit den beschriebenen Situationen identifizieren. Es ist zwar schon lange her, dass ich Azubi war, doch so eine Zeit vergisst man nicht – nie. Auch wenn zeitlich gesehen meine Rente näher an die Gegenwart ist als meine Azubi-Zeit kann ich mich an einige wichtige Tage sehr gut zurückerinnern. Wenn ich mich anstrenge, dann kann ich noch genau nachempfinden, was ich so als Azubi alles durchgemacht habe.

    Sehr geschmunzelt habe ich an dieser Stelle:
    „Wie bei fast jedem Auftrag war auch bei diesem eine technische Zeichnung dabei und der erste Schritt bestand darin, diese Zeichnung zu lesen und zu verstehen.“

    Denn nicht in allen Fällen ist es so einfach und offensichtlich zu verstehen, was bei der Zeichnung dargestellt wurde. Hängt oftmals vom Ersteller der Zeichnung ab. Aber wenn man einmal sich durchgeboxt hat, hat (so habe ich es früher immer gesagt) die richtige Arbeit angefangen. Auch wenn ich schon seit vielen Jahren in dieser Branche tätig bin, so habe ich die Lust daran nie verloren. Ich freue mich jeden Tag in die Halle zu kommen, und mich meinen Aufgaben zu widmen. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man am Ende das fertige Stück dann in der Hand hat. Durchs automatische Entgraten besteht dann auch keine Verletzungsgefahr mehr und das Werkstück kann weiterverarbeitet werden. Und alles hat nur mit einer Zeichnung begonnen….

    In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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